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„Auf den Wegen des Lebens“: Ein Abend zu Ehren des 90. Geburtstags von Ivan Marchuk

„Auf den Wegen des Lebens“: Ein Abend zu Ehren des 90. Geburtstags von Ivan Marchuk

10.07.2026

Standing Ovation gehörte zu den bewegendsten Momenten des Jubiläumsabends zu Ehren von Ivan Marchuk. An diesem Tag war der Künstler nicht nur von seinen eigenen Gemälden umgeben, sondern auch von Menschen, für die die Begegnung mit seiner Kunst längst zu einer tiefen persönlichen Erfahrung geworden war. Der Jubilar selbst gestand, seinen Geburtstag noch nie zuvor in einer solchen Atmosphäre gefeiert zu haben.

Der künstlerische Abend „Auf den Wegen des Lebens“ fand am 12. Mai 2026 in der Orangerie von Schloss Schönbrunn statt. Die von der gemeinnützigen Privatstiftung Ivan Marchuk anlässlich des 90. Geburtstags des Künstlers veranstaltete Feier versammelte mehr als fünfhundert Gäste. Unter den Gratulanten befanden sich Vertreter des diplomatischen und kulturellen Lebens, Museumsexperten, Kunstschaffende, Freunde des Meisters sowie zahlreiche Bewunderer seines Werkes.

An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Ehrengäste teil. Zu ihnen gehörten der mitrophorische Erzpriester der Orthodoxen Kirche der Ukraine und Sekretär der Metropolie der Orthodoxen Kirche der Ukraine für Öffentlichkeitsarbeit, Vater Vitalii Danchak, sowie Vertreter der Nationalen Akademie der Künste der Ukraine und des Museums für die Geschichte der Stadt Kyjiw.

Im Rahmen des Festaktes wurde Ivan Marchuk mit mehreren hohen Auszeichnungen geehrt. Im Namen der Orthodoxen Kirche der Ukraine überreichte Pater Vitalii Danchak dem Künstler den Orden des heiligen Erzengels Michael I. Klasse – die höchste Stufe dieser kirchlichen Ehrenauszeichnung. Sie wird für herausragende Verdienste um die Kirche, aufopferungsvollen Dienst und einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der ukrainischen Gesellschaft verliehen.

Vertreter der Nationalen Akademie der Künste der Ukraine zeichneten den Jubilar mit dem Orden der Künste I. Klasse aus, der höchsten Ehrung der Akademie für einen außerordentlichen Beitrag zur Entwicklung der ukrainischen Kunst. Vertreter des Museums für die Geschichte der Stadt Kyjiw überreichten Ivan Marchuk darüber hinaus das Brustabzeichen „Zeichen der Ehre“ des Bürgermeisters von Kyjiw – eine der höchsten kommunalen Auszeichnungen der ukrainischen Hauptstadt.

Für einige Stunden verwandelte sich der historische Raum der Orangerie in eine besondere Welt, in der Malerei, Musik und die persönliche Anwesenheit des Künstlers zu einem harmonischen künstlerischen Ganzen verschmolzen. Die ausgestellten Werke zeichneten die Entwicklung seiner schöpferischen Suche nach und offenbarten die erstaunliche Vielschichtigkeit jenes künstlerischen Universums, das Marchuk im Laufe der Jahrzehnte geschaffen hat.

In den nach der Veranstaltung veröffentlichten Reaktionen berichteten Besucher von den starken Emotionen, die die unmittelbare Begegnung mit den Gemälden in ihnen ausgelöst hatte. Viele Gäste betonten, Marchuks Bilder bedürften keiner zusätzlichen Erklärung: Sie sprächen den Betrachter unmittelbar an und weckten persönliche Erinnerungen, Assoziationen und Gefühle.

Eine besondere Atmosphäre verlieh dem Abend das musikalische Programm. Vor dem Publikum trat die Tochter des Künstlers auf – die Volkskünstlerin der Ukraine und Violinistin Bohdana Pivnenko. An dem Programm wirkten außerdem die Vokalformation „Pikkardiyska Tertsiya“ und die Opernsängerin Susanna Chakhoyan mit. Die Musik verband die einzelnen Teile des Abends auf natürliche Weise miteinander und trat zugleich in einen lebendigen Dialog mit dem Ausstellungsraum.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Ansprache Ivan Marchuks an die Gäste. Er sprach über das, was sein Leben geprägt hat und bis heute bestimmt: über das unablässige Bedürfnis zu arbeiten, über neue künstlerische Ideen, die ihn nicht innehalten lassen, und über seine tiefe Verbundenheit mit der Ukraine.

Auch mit neunzig Jahren bewahrt der Künstler seinen vertrauten Lebensrhythmus: die Arbeit im Atelier, neue Gemälde, tägliches Nachdenken, Spaziergänge durch den Wiener Stadtpark und anschließend die erneute Rückkehr zur Arbeit. Seine Worte waren nicht von dem Wunsch getragen, Bilanz zu ziehen. Im Gegenteil: Die Rede des Meisters klang wie das Zeugnis eines Weges, der weitergeht.

Das Alter ist für ihn zu keiner Grenze des künstlerischen Schaffens geworden. Ivan Marchuk ist auch heute ein Künstler, für den jeder neue Tag die Möglichkeit bedeutet, ein neues Werk zu beginnen und eine noch unerprobte künstlerische Lösung zu finden.

Nach seiner Ansprache erhob sich das Publikum von seinen Plätzen und spendete ihm langanhaltenden Applaus. In dieser Reaktion lag nicht nur Dankbarkeit für die von ihm geschaffenen Bilder, sondern auch für die Kompromisslosigkeit und Konsequenz, mit der Marchuk über Jahrzehnte hinweg seine eigene künstlerische Sprache bewahrt hat, ohne sie den Erwartungen der jeweiligen Zeit oder seines Umfeldes anzupassen.

Davon zeugten auch die Kommentare der Besucher. Vielen blieb von der Begegnung in Schönbrunn vor allem die seltene Gelegenheit in Erinnerung, den Künstler neben seinen Werken zu erleben, seine Stimme zu hören und die Größe der Persönlichkeit zu erfassen, die hinter jedem einzelnen Gemälde steht. Marchuk wurde als ein Mensch bezeichnet, dessen künstlerisches Vermächtnis Teil einer ganzen Epoche geworden ist, und als ein Meister, der sich die Freiheit des Denkens und die Treue zu sich selbst bewahrt hat.

Der Abend „Auf den Wegen des Lebens“ war weit mehr als eine feierliche Würdigung eines runden Geburtstags. Die Begegnung in Schönbrunn machte erneut deutlich, dass Ivan Marchuks Kunst weit über die Grenzen der Ukraine hinaus tiefen Widerhall findet und zugleich untrennbar mit ihrer Kultur und geistigen Erfahrung verbunden bleibt.
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